Das 14. Schweizer Bildungsfestival in Weggis widmet sich für einmal einem Thema, das in die früheren Phasen des Lebens hineinspielt. Die Bedeutung von Sexualität und Intimität in der Adoleszenz ist nicht nur aus dem heutigen Zeitgeist heraus bedeutsam - es war eigentlich schon immer so, nur wurde es lange und oft etwas unter den Teppich gekehrt. Weil die Erfahrungen aus dieser Lebensphase auch die Sexualität in späteren Alterszyklen prägt, ist die Thematik auch für Erwachsene jeder Alterskategorie interessant. Eine gesunde und freudvolle Sexualität zu leben, ist für uns alle individuell wie kollektiv bedeutsam - egal welche Beziehungsformen wir bevorzugen.

Die Zukunft hat begonnen!

Mit dem jährlich stattfindenden Bildungsfestival präsentiert das Polarity Bildungszentrum in verständlicher Form die neuesten Erkenntnisse der Neurologie, der Medizin, der Pädagogik, Psychologie, der Quantenphysik und der Traumaforschung.

Jedes Jahr werden drei internationale führende Fachleute aus den jeweiligen Disziplinen zum Bildungsfestival eingeladen – Vorreiter der Theorie und Praxis in ihren jeweiligen Gebieten, die ihr Wissen im therapeutischen, pädagogischen, sozialen und im Management Bereich anwenden.

Das Bildungsfestival reiht sich ein in die Kultur der Sommerfestivals, die seit den 1970er Jahren die Kultur, die Musik, den Film bereichert haben, nur nicht die Bildung!

Die Kultur der Sommerfestivals

Das Bildungsfestival reiht sich ein in die Kultur der Sommerfestivals, die sich seit den 70er Jahren des abgelaufenen 20. Jahrhunderts kontinuierlich entwickelt hat. Erst waren es mit den Open-Air-Konzerten die meist rockigen oder bluesigen Musik- Festivals, die unser gesellschaftliches Leben bereicherten. Später zogen klassische Konzertveranstalter nach und die Classic Festivals begannen zu boomen, kaum ein Musikzweig zog nicht nach. Theaterfestivals unter freiem Himmel wurden ebenfalls zu Happenings.

In den 90er Jahren begannen die Filmfestivals überall aus dem Boden zu spriessen und Leute weit über das eigentliche Cinema hinaus zusammenzubringen. Ausgenommen von dieser gesellschaftlichen Entwicklung hin zu kulturellen Begegnungen im Festival- Charakter blieb bisher der Bereich der Bildung. Die fand weiterhin entweder an kortikal geprägten Fachkongressen oder in den meist lieblos ausgestatteten Lernstuben der divergenten Bildungsstätten statt. Pauken, malochen, kopfiges Lernen, fast nur Outside- In geprägt, Muss statt Juhui - so ist Bildung bis heute mehrheitlich Teil unseres Lebens. Hier wollen wir mit dem Bildungsfestival Gegensteuer geben.

Wachstum von innen: Das Inside-Out pflegen

Das Bildungsfestival soll auch für Erwachsene das Lernen wieder zu einem Erlebnis machen. Bildung soll durch eine gute Kombination von Theorie, Dialog, Brain-, Heart- und Bodystorming, sowie eigene Erfahrungen, Auseinandersetzungen, Erlebnisse, künstlerische Begegnungen und dadurch mögliche innere Erkenntnisse bewusst zu etwas werden, das nicht nur grössere Fachkompetenz und gesteigertes Expertenwissen bringt, sondern eine optimierte Kombination von Sach-, Sozialund Selbstkompetenz und ein Lernen aus Freude und Begeisterung heraus.

Erfahrungsbezogenes Lernen und Wachsen

Die neurobiologischen Forschungen der letzten Jahre fordern für die moderne pädagogische Begleitung, Implizites Lernen zu ermöglichen. Diese Form des Lernens verändert die Strukturen des Gehirns, vernetzt Nervenbahnen, bildet neue Synapsen und führt uns zu ganz neuen kognitiven, emotionalen und sozialen Lebenskompetenzen. Innen und Aussen, subjektiv und objektiv, Bewusstsein und Form müssen nicht mehr voneinander getrennt gehalten werden. Wenn es uns gelingt, die Dynamik von kraftvollen Polaritäten zu stärken und dabei bewusst den Stier an beiden Hörnern zu halten, können wir aus der Fülle schöpfen.

Dr. Urs Honauer

Dr. Urs Honauer ist Leiter des Zentrums für Innere Ökologie und des Polarity Bildungszentrums in Zürich sowie Initiator des Bildungsfestivals in Weggis. Er ist seit vielen Jahren in der Erwachsenenbildung tätig und unterrichtet dabei u.a. SOMATIC EXPERIENCING (SE), Polarity und authentischer Kommunikation (AK).

In seiner Praxis für Innere Ökologie in Zürich arbeitet er mit Menschen jeden Alters (vom Baby bis zum Senior). Er ist der Entdecker des Kommunikationsmodells „authentischer Kommunikation (AK)“. Studienabschluss in Pädagogischer Psychologie, Sonderpädagogik und Publizistik; Promotion im Bereich Sozialpädagogik an der Universität Zürich; Masters in Psychotraumatologie an der Psychiatrischen Polyklinik der Universität Zürich. Studien in Polarity Therapie und
Craniosacralem Balancing bei Dr. John Beaulieu in New York sowie Geburtstraumenarbeit bei Dr. Ray Castellino, Prozessorientierte Psychologie bei Dr. Arnold Mindell, Somatic Experiencing bei Dr. Peter A. Levine.